Restaurant in Berlin

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Marleen
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Restaurant in Berlin

Beitrag von Marleen » Do 2. Jan 2014, 12:32

(ot: Steven wurde von Roman geschrieben, Lea von mir)

Dezember 2012

Steven saß müde und noch immer etwas verschwitzt über einem späten Abendessen in einem kleinen Lokal und brütet über einem Buch.
Sein Leben hatte sich in den letzten Tagen noch weiter verändert als er dachte. Nicht nur dass es galt, die in dieser Welt geltenden Naturgesetze zu verstehen - das Erbe seines Vaters hatte ihn auf mehr als eine Art eingeholt. Die Sporttasche neben ihm war nur ein Detail seiner spät abendlichen Kung Fu - Kurse. Auch wenn sein Kopf auf gutem Weg war die Theorie hinter dieser Kunst zu verstehen - sein Körper wollte noch nicht so recht mithalten.
Komplett in seine Literatur versunken achtete er nur mehr am Rande auf sein Essen - gerade mal so weit, um mit der Gabel in seinen Mund zu treffen.

Eine junge Frau betritt das Lokal. Ihre kurzen schwarzen Haare stehen wild vom Kopf ab, sie trägt einen schwarzen Anzug und eine Ministeriumskrawatte, die allerdings etwas schief hängt. Dazu rote Chucks und eine Gürteltasche, an dem ein das silberne Aurorenabzeichen baumelt. Sie geht direkt zu einem der Kellner und fragt nach der Bestellung für Holgerson.
"Nur noch ein paar Minuten, Miss."
Hört man und sie setzt sich an einen freien Tisch unweit von Steven. Ihr Blick geht aufmerksam durch den Raum und bleibt an Stevens Buch hängen um neugierig den Titel zu lesen.

Nachdem das Buch flach auf dem Tisch liegt ist es nicht so ganz einfach den Titel zu erkennen.
Erst als Steven das Buch anhebt um sich ein Diagramm genauer anzusehen kann man einen Blick auf den Einband erhaschen.
"Einheit von Körper und Geist - eine alternative Betrachtungsweise der Magie"
Definitiv keines der bekannteren Standardwerke, aber für Leute die sich mit asiatischer Magie auskennen durchaus ein Begriff.

„Einheit von Körper und Geist - alternative Betrachtungsweise. mhm das klingt ja cool.“ Murmelt Lea und bemerkt gar nicht dass sie ihre Gedanken laut ausspricht. „Hej, du da. Sag mal wo hast du das Buch her?“ fragt sie ungeniert in Stevens Studien hinein.

"Hm? Was? Wie?"
Steven wirkt für einen kurzen Moment wie jemand den man mit einem Eimer Wasser aus dem Schlaf gerissen hat. Er sieht sich kurz im Raum um, bis seine Augen bei Lea hängen bleiben. Sein Auge für Details bleibt für einen Moment bei ihrer Kleidung (und dem darin enthaltenen Stilbruch) und der Aurorenmarke hängen.
"Oh, das? Flourish & Blott´s verfügt über eine ausgezeichnet sortierte internationale Abteilung. Ähm... kennen wir uns?"

„Ja, die sind echt super sortiert.“ Lea grinst als Steven so verdattert guckt. „Nope, ich glaube nicht. Außer du bist öfter im Ministerium. Ich bin Lea.“ Stellt sie sich vor und reicht ihm die Hand zur Begrüßung.

Er nimmt ihre Hand, und drückt sie. Auch wenn er es absolut nicht schätzt beim Lesen unterbrochen zu werden, hat es doch keinen Sinn jetzt unhöflich zu sein.
"Steven. Freut mich. Mit dem Ministerium hab ich nicht so viel zu tun, zumindest war ich noch nie im Gebäude. Aurorin?"

„Solltest du dir mal anschauen, wenn du eh in der Stadt bist. Es gibt abgefahrene Aufzüge in dem Laden. Da ist eine Achterbahn ein Knieselfurz dagegen.“ Lacht Lea und scheint gar nicht auf den Gedanken zu kommen sie könnte Steven stören. „Jep, bin ich. AE6V. Du bist nicht von hier oder?“ fragt sie neugierig nachdem sie seinen Dialekt bemerkt hat und betrachtet ihn etwas genauer.

"AE6V? Kannst Du mir auch sagen wofür das steht? Nein, ich bin nicht von hier. Eigentlich komme ich aus London, aber es wundert mich nicht wenn es nicht danach klingt - die Frage hab ich schon öfter gehört seit ich in Deutschland bin."
Nach einem kurzen Moment: "Moment, Aufzüge wie Achterbahnen? Nicht Dein Ernst, oder?"

„Doch. Nach oben, unten, zur Seite. Richtig lustig ist der im Dritten Untergeschoss, wenn man auf den Knopf ohne Beschriftung drückt. Dann fällt die Kabine ein paar Stockwerke im freien Fall.“ In dozierendem Tonfall erklärt Lea knapp: „Auroren Einsatzkommando 6 Versuch. Eine Spezialeinheit für die Integration von nichtmagischen Teilmenschen. Hast du das Interview von meinem Chef im Blocksbergkurier nicht gelesen? Melvi hat zwei ganze Seiten in der letzten Ausgabe bekommen. Er war sogar halbwegs zufrieden was die Pressetussi daraus gemacht hat.“ Sie spielt mit ihrer Krawatte herum, was dem Knoten nicht gerade gut tut. „London, schick. Da wollte ich auch schon immer mal hin. In der Zentrale von Florish und Blotts zu shoppen wäre mal etwas…“

"Ja, ich glaube etwas dazu gelesen zu haben. Ich glaube auch dass der Name LeFreak mehrfach erwähnt wurde. Ich ghlaube aber auch nicht allzuviel Gutes über diese Familie gehört zu haben. Gab es da nicht irgendwelche Probleme? Und ja, die Hauptstelle ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Du würdest nicht glauben, we alles zum Thema analytische Magie dort zu haben ist. Ich glaube, ich werde mir mal ein Werk über den Specialis Revelio besorgen. Der Spruch hat so viel Potential..."

Lea schaut erst etwas verwirrt. „Ach so, Fay Le Freak die Pressetussi. Ja bei dem Namen wäre ich auch vorsichtig. Hatte schon öfters mit der Familie zu tun. Veela, fast alle. Nicht immer ganz einfach. Mhm.. Analytische Magie… dazu habe ich erst letztens das Standardwerk von Tichon gelesen. Kennst du das? Seine Studien zur magischen Signatur sind wirklich faszinierend.“ Steigt Lea begeistert ins Fachsimpeln ein.

"Veela? Ich glaube ich hab ich schon mal gehört? Sind das nicht die, wo jeder Mann schwach wird? Ja, ich hab mal einen Blick hineingeworfen, bin aber noch nicht durch. Ich finde die These recht interessant dass ein Grundstock an Fachwissen über das was man analysieren will weiterhilft, da der Zauber auf dieses Wissen zurückgreift. Ich hatte aber leider noch keine Gelegenheit Versuche anzustellen. Nein, ich arbeite nicht in der Forschung. Derzeit besuche ich die JWA, und versuche mir nebenher ein Standbein als Privatdetektiv aufzubauen, man muss ja auch leben..."

"Jep, genau die." bestätigt Lea. Bei der Erwähnung der JWA runzelt Lea kurz die Stirn. "Das ist doch eine Zauberschule oder? Wo diese Gamotsitzung letztens war? Bist du nicht n bisschen zu alt dafür?" bei ihr klingt das nicht mal nach einer Beleidigung, eher nach einer Feststellung.

"Ja ist es." Auch wenn Steven inzwischen schon etwas leid darüber ist, dieses Thema nochmal durchzukauen lässt er es sich nicht anmerken. "Und nachdem es eine Schule für Spätberufene ist liege ich ganz gut im Altersdurchschnitt. Irgendwie ist man recht spät auf meine Begabung aufmerksam geworden."

Lea setzt schon an etwas zu sagen, da kommt der Kellner mit einer ziemlich großen Tüte voll mit mindestens 4 Riesenportionen zu essen, alles gut verpackt aber ziemlich unhandlich. "So bitte schön Frau Dombrowski, ihre Bestellung."

"Cool. Danke." Lea strahlt und bedankt sich artig. Erst als er weg ist spricht sie weiter. "Mit nem Amplifico haben die das hier echt nich so.. Ja, also Steven, war nett mit dir zu plaudern. Wünsch dir viel Glück bei deinem Privatdetektivdings."

"Danke, Dir auch viel Erfolg! Ich würde Dir ja gern die Hand geben, aber ich fürchte, das wird schwer. Achja - bevor ichs vergesse: sagt Dir der Name Tübald Grey etwas?"

Lea wendet sich schon zum Gehen, doch bei Stevens letzten Satz dreht sie sich wieder um. Sie fasst sich kurz ans Ohr und murmelt "Wolf, noch 5 Minuten, wirst schon nicht verhungern." Ihre sorglose Miene ist verschwunden als sie Steven wieder ihre volle Aufmerksamkeit schenkt. "Warum fragst du das?"

"Damit hast Du meine Frage eigentlich schon beantwortet." Steven überlegt für einen Moment, ob er ihr erklären soll was sie ihm gerade gesagt hat, entscheidet sich aber dagegen. "Ich habe mich nur gefragt, ob ich meine Hilfe bei seiner Ergreifung anbieten soll."

Lea schaut sich kurz um, aber der Kellner ist nicht in der Nähe und auch andere Gäste sind nicht in Hörweite. "Pass mal auf Steven. Du scheinst echt n netter Typ zu sein. Und ich will dir nicht zu nahe treten, aber Zivilisten haben bei der Ergreifung von dem Kerl bestimmt nichts zu suchen. Du wärst nur im Weg und würdest andere und dich selbst in Gefahr bringen. Überlass das lieber den Profis, bis du mit deiner Ausbildung fertig bist. Selbst die meisten Snatcher die ich kenne, würden sich das Kopfgeld ziemlich sauer verdienen und die sind alle beträchtlich länger im Geschäft als du."

"Tatsächlich." Steven legt den Kopf leicht schräg und denkt einen Moment nach. "Keine Sorge, Du trittst mir nicht zu nahe. Ich nehme an, ein Snatcher kommt einem Kopfgeldjäger gleich? Dann würde mich interessieren wie hoch das wohl ist, und ob es hier genauso wie in der Muggelwelt gehandhabt wird, dass man ihn lebend fassen muss?"

"Mit dieser Annahme hast du recht. Aber bevor ich dir mehr erzähle, sag mir was du über diesen Mann weist." Sagt Lea und setzt sich Steven gegenüber an den kleinen Tisch.

"Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Dass er ein Vampir ist, ist kein Geheimnis. Auch dass er bei der Berliner Kneipe "Black P." involviert ist, die übrigens ein interessantes Nebengeschäft mit Kopfgeldern betreibt möchte ich hinzufügen. Wesentlich interessanter ist, dass er für das verantwortlich ist, das Lillian Diedenhofen passiert ist. Das sollte für den Anfang ausreichen, oder? Belassen wir es dabei, dass ich diese Liste noch ohne Probleme erweitern kann - aber bevor ich das tue, würde ich auch gern etwas von Dir hören."

Die Tüte mit dem Essen landet vorsichtig auf dem Boden. Lea holt ein kleines schwarzes Büchlein hervor - Steven hat vielleicht ein sehr ähnliches schon mal bei Prof. Hassfeld gesehen. Sie kritzelt kurz darin herum und schaut Steven dann etwas nachdenklich an. „Da hast du dir ja schon ein paar Infos zusammen gesucht. Glückwunsch. Warum würdest du denn überhaupt bei der Ergreifung von so einem Verbrecher helfen wollen?“

"Interessant - da war scheinbar also etwas Neues dabei, oder? Haben eigentlich alle Auroren so ein Buch? Immerhin hatte ja Professor Hassfeld auch so etwas. Schade dass es nie zu der Razzia aufs Black P gekommen ist, bei der sie mich mitnehmen wollte - aber ich schweife vom Thema ab. Meine Motivation? Sagen wir mal, dass ich gerne mal Gerechtigkeit bei der Arbeit sehen würde. Ein Souvenir aus meinem alten Beruf. Schon mal von Scotland Yard gehört?"

„Neues? Das habe ich nicht behauptet. Glaubst du wirklich das Ministerium hätte diese grundlegenden Informationen nicht?“
Lea sieht etwas belustigt aus. Versucht dieser Möchtegern-Justus-Jonas doch tatsächlich ihr Tipps zu geben.
„Ah ja, Muggelpolizist. Na das erklärt einiges. Wie lange warst du beim Yard?“
Die Frage nach dem Buch lässt Lea unbeantwortet. Es muss ja nicht jeder über die Aurorenausrüstung bescheid wissen… stattdessen trägt sie seinen Vornamen ins Buch ein und schaut was in Verbindung mit der JWA-Schülerliste dabei herauskommt.

"Ich glaube gar nichts. Die letzten Auroren die ich bei der Arbeit bewundern durfte, haben Tübald bei einem Einbruch in der JWA - den ich übrigens vereitelt habe, nur am Rande - wieder laufen gelassen mit den Worten "Hau ab, sonst killt Dich das Miniserium - und Du verdienst Schlimmeres". Und ich bin der Meinung, dass man das Gesetz anders vertreten sollte. Ich war lange genug beim Yard um zu wissen dass man als Cop - Muggel oder nicht - NICHT über dem Gesetz steht."
Für einen kurzen Moment scheint sich Steven tatsächlich zu ärgern - etwas Ungewohntes.
"Abgesehen davon hat mein Familienname schon genug über sich ergehen lassen müssen."

Lea lächelt unvermittelt ob dieser leidenschaftlichen Ansage.
"Ich mag deine Einstellung. Als.. äh.." Sie schaut nochmal kurz ins Buch, "Erstklässler ist es vielleicht etwas früh, aber wenn du ein bisschen weiter bist, bewirb dich doch mal für ein Praktikum bei uns."

Steven zieht einen Moment lang die Augenbraue hoch, als er überlegt woher sie wissen kann dass er Erstklässler ist.
"Ah, ich verstehe! So ein Buch ist tatsächlich recht praktisch. Aber ich glaube kaum, dass ich Auror werden will, vielen Dank. Ach ja - Du wolltest mir noch mehr erzählen?"

Lea nickt als Steven die richtigen Schlüsse zieht zum Buch.
"Wirklich nicht? Zu wissen wie das Ministerium arbeitet, kann als Snatcher.. oder auch als Privatdetektiv sehr hilfreich sein. Naja.. du hast ja noch Zeit dich zu entscheiden. Was möchtest du genau wissen?"

"Ich werde drüber nachdenken. Vielleicht erlebe ich ja noch einen etwas schmeichekhafteren Eindruck. Mal sehen."
Auf dei Frage was ihn interessiert schliesst er einen Moment die Augen und denkt nach.
"Ich würde mal sagen Modus Operandi, bisherige Vorstrafen, letzter bekannter Wohnort und sein Freundes- beziehungsweise Verbündetenkreis wären interessant."

"Mord, schwere Körperverletzung, Entführung, Hehlerei, Betrug, Erpressung, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Menschenhandel." Leas Augen werden schmal. "Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, weshalb ich dir einen Gefallen tun werde und dir nicht sage wo er zu finden ist. Falls du ihm begegnen solltest, hau ab so schnell du kannst und ruf das Ministerium." Sie reicht Steven eine kleine Karte:
Lea Dombrowski - AE6V
Aurorenzentrale Deutsches Zaubereiministerium
Raum 387 U2
Seite 76D
Muggeltelefon: 0176-23678934


Zugegeben, das kam als Überraschung. Steven hätte nicht gedacht dass Tübalds Liste so lang wäre - oder so ausgebucht. Schinbar war an dem Kerl mehr dran - ein interessantes Übungsobjekt.
"Vielen Dank. Ich werde mein möglichstes tun. Einfach weil es mich interessiert - mit welcher Strafe hat er zu rechnen wenn er gefasst wird?"

"wenn es zu einem Gamot kommt, kann das nur der Richter entscheiden.
Wenn er sich aber der Festnahme widersetzt und dabei Auroren angreift, endet er als ein häufchen Asche. Das sind die Gesetze bei nichtmagischen Teilmenschen Recht eindeutig.."

"Das klingt schlüssig. Mich würde interessieren ob und wo man diese Gesetze einsehen kann. Abgesehen davon - wie sieht es mit Notwehr aus? Sagen wir, ich finde ihn, er greift mich an und ich muss mich wehren. Ab wann kann ich mit Ärger rechnen?"

"Im Zauberergesetzbuch kannst du das alles nachlesen. Und was die Notwehr angeht, FALLS du überlebst... Solange du keine verbotenen Zauber einsetzt, dürfte das nicht wirklich viel Aufsehen erregen." Lea schnappt sich das Essen wieder. "Aber ich muss jetzt wirklich los. Sonst gibts Ärger vom Chef." Erklärt sie.

"Dann möchte ich Dich nicht länger aufhalten. Vielen Dank - Du warst eine große Hilfe. Lasst es euch gut schmecken!"

"Freund und Helfer.. Kennste ja. Vielleicht bis bald mal." Winkt Lea zum Abschied und verlässt das Lokal.
OT: Marleen
Vorsitzende des JWA-LARP e.V.
Admin

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